Pers. Angaben

Josef Linden

geb.1912
gest.1944

in einem Strafbataillon der SS umgekommen

(damalige)Adresse

Ziegelstraße 35

Remscheid-Süd

Verlegedatum des Stolpersteines

14.02.2007

Ansicht auf der Stadtkarte:


Josef Linden
ist am 24.05.1912 in Remscheid geboren und war von Beruf Zigarrenhändler. Er war Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), des Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands (KJVD) und des Vereins „Rotsport“. Außerdem war er Mitglied der Widerstandsgruppe um Hans Salz. Des Weiteren war er vor seinem Wegzug nach Wuppertal im Mai 1934 als illegaler Unterkassierer der KPD in Remscheid tätig und Anlaufstelle für illegale Schriften in Wuppertal, wo er am 02.01.1935 festgenommen wurde. Am 19.11.1935 wurde er vom Oberlandesgericht Hamm im Prozess gegen Hans Salz und dessen Genossen wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Josef Linden war der Jüngste und bei der Urteilsverkündung 23 Jahre alt. Inhaftiert wurde er in den Gefängnissen in Remscheid und Wuppertal und im Zuchthaus Lüttringhausen. Nach seiner Strafverbüßung am 02.01.1942 verfügte die Gestapo anschließende „Schutzhaft“, so dass er noch ca. 2 Jahre in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück verbrachte. Nach Berichten eines Mitgefangenen war Josef Linden körperlich so heruntergekommen, dass er in die Krankenbaracke kam. Anfang November 1944 wurde er, mit 300 Mitgefangenen, in das Strafbataillon „SS Dirrlewanger“, trotz seines schlechten Gesundheitszustandes, eingezogen. In der Slowakei wurden Josef Linden mit seinen Mitgefangenen provisorisch ausgebildet, um Partisanen zu bekämpfen. Nachdem die Rote Armee in Ungarn eingebrochen war, wurden die KZ-Häftlinge dort eingesetzt, während sich die Wehrmacht fluchtartig zurückzog. Bei einem Angriff der Roten Armee, Ende Dezember 1944, ist Josef Linden wahrscheinlich ums Leben gekommen, obwohl ein großer Teil der Häftlinge übergelaufen war, fehlte von Josef Linden jede Spur. Er ist nur 32 Jahre alt geworden. Von den 32 Jahren verbrachte er 12 Jahre im Widerstand oder war in Haft. Josef Linden gilt als verschollen.

Quellenverzeichnis:
Backhaus, Frieder; Bilstein, Jochen:
Geschichte der Remscheider Juden. Remscheid 1992.

Backhaus, Frieder; Mir, Wladimir:
Stolpersteine für Remscheid – Gegen das Vergessen. Kalender 2006. Remscheid 2005.

Breidenbach, Armin:
Widerstand und Verfolgung in Remscheid 1933 – 1945. Berlin 1992.

Kaiser, Lothar:
Kommunalpolitisches Forum www.waterboelles.de. Remscheid 2007.

Mahlke, Michael (Hrsg.):
Remscheid in der Zeit des Nationalsozialismus. Remscheid 1995.